TU Berlin

Fachgebiet Landschaftsbau/ObjektbauLeitfaden nachhaltiges Bauen Außenanlagen

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Ergebnisse Forschungsprojekt

Die systematische Prüfung und Bearbeitung verschiedenster Nachhaltigkeitskriterien brachte eine Liste von 27 Einzelbewertungskriterien hervor, die sich auf sechs Kriteriengruppen verteilen. Die Kriterien folgen dabei der im BNB für Bundesgebäude bereits eingeführten integralen Betrachtungsweise der "drei Säulen der Nachhaltigkeit" mit gleichrangiger Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und soziokulturell-funktionaler Auswirkungen. Im Bereich der Ökonomie wird besonders der gesamte Lebenszyklus der Außenanlage (gerechnet auf 50 Jahre) erfasst und bewertet. Ergänzt werden die drei Felder durch die Beurteilung der technischen Qualität, der Prozessqualität sowie der Beschreibung der Standortmerkmale eines Projektes. Da eine Außenanlage nicht losgelöst von ihrem Standort betrachtet werden kann, fließt auch die Standortqualität in die Gesamtbewertung ein.

Die sechs Hauptkriteriengruppen umfassen Einzelkriterien, die nochmals in Teilkriterien untergliedert sind, deren Bewertungsmethoden individuell festgelegt und im Steckbrief beschrieben sind. Anhand messbarer Größen wird die Nachhaltigkeit einer Außenanlage quantitativ oder qualitativ mittels formulierter Qualitätsstufen bzw. Checklisten beurteilt. Getrennt voneinander bewertet, werden die sechs Hauptkriteriengruppen mit festgelegter Gewichtung zu einem Gesamterfüllungsgrad verrechnet.

Ziel ist es, anhand der Gesamtpunktzahl eine Zertifizierung vorzunehmen und über festgelegte Schwellenwerte Zertifikate in Gold, Silber oder Bronze zu vergeben. Nach einer Pilotphase, in der unterschiedliche Außenanlagen einer Musterzertifizierung unterzogen werden sollen, werden die genauen Werte abschließend festgelegt.

Checkliste für die nachhaltige Planung von Bundesliegenschaften

Angesichts der Verschiedenheit von Bundesliegenschaften und ihrer Nutzungen wurden Ansatzpunkte für die Initialisierung nachhaltiger Planung gesucht, die anders als bei Außenanlagen zum Planungsmaßstab ganzer Liegenschaften passen und zu einem früheren Zeitpunkt greifen.

Gefunden wurden diese in unterschiedliche Maßnahmenkonzepte, die – gegliedert analog zu den Hauptkriteriengruppen des Bewertungssystems – in eine Checkliste münden. Nachhaltigkeit als vielschichtiges und disziplinäre Grenzen überschreitendes Merkmal ergibt sich aufgrund der Komplexität der Ansprüche an Bundesliegenschaften demnach aus der geglückten Kombination von Maßnahmenkonzepten, die in einem ganzheitlich-integralen Liegenschaftskonzept, dem Masterplan, münden.

Anwendungserprobung

Die im Rahmen dieses Forschungsprojekts durchgeführte Anwendungserprobung des Bewertungssystems an drei Bauvorhaben von Außenanlagen auf Bundesliegenschaften war Teil des iterativen Prozesses zur Überprüfung und Anpassung von Einzelkriterien und ihrer Bewertungsmethodik.

Alle drei Hochbauten der Bauvorhaben Hauptzollamt Rosenheim, Bundesamt für Strahlenschutz – Erweiterungsbau K10 in Berlin und Bundesministerium für Gesundheit in Bonn waren bereits im Zuge der zweiten Pilotphase zur Entwicklung des BNB (Büro- und Verwaltungsbauten) zertifiziert worden, sodass eine relevante Datenlage gegeben war.

Für die Außenanlage des Hauptzollamtes Rosenheim liegt nun außerdem eine Zertifizierungs-Prognose vor. Ziel war zu prüfen, ob die in weiten Teilen als "nachhaltig" eingeschätzte Außenanlage in der Prognose eine entsprechende Zertifizierung im Rahmen des nun vorliegenden Bewertungssystems erreichen konnte. Demnach ist die prognostische Bewertung der Außenanlagen des Hauptzollamtes Rosenheim mit "Bronze" als erste erfolgreiche Anwendungserprobung zu verstehen.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass sich die Datenlage im Bereich "Lebensdauer", "Pflegekosten" und "Ökobilanzen" als zu heterogen, noch nicht ausreichend bzw. eher vorläufig erweist: Angaben zur Lebensdauer wirken oft recht grob, werden teilweise unterschätzt und die Pflegekosten sind sehr unterschiedlich. Angaben zur Ökobilanz von Baustoffen und Bauweisen liegen, wenn überhaupt, nur für Wegematerialien und Baukonstruktionen vor, nicht jedoch für Vegetationsflächen.

Erarbeitung einer Broschüre

Die abschließende Erarbeitung einer 72-seitigen Broschüre für die Öffentlichkeitsarbeit des BMVBS "Nachhaltig geplante Außenanlagen auf Bundesliegenschaften – Empfehlungen zu Planung, Bau und Bewirtschaftung" fasst die wesentliche Ergebnisse des Forschungsvorhabens in übersichtlicher Form zusammen.

Die Nachhaltigkeitskriterien für Bundesliegenschaften werden in einer Checkliste dargestellt. Die wesentlichen Kriterien für Außenanlagen textlich erläutert und durch eine Vielzahl von Abbildungen anschaulich gemacht. In einem weiteren Kapitel wird die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in den Planungsprozess von Außenanlagen der öffentlichen Hand vermittelt. (Quelle: BMVBS/BBSR)

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Publikationen

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BMVBS (Hrsg.) (2011): Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen - Erprobung des Bewertungssystems BNB für Außenanlagen auf Bundesliegenschaften. Endbericht zum Forschungsprojekt. Link zum Download hier.

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Lothringer, Bernd (2011): Draußen wird es grüner. Bisher haben sich Planer und Architekten vor allem mit der nachhaltigen Gestaltung von Immobilien beschäftigt. Ein Leitfaden soll dies nun auch für Freiflächen regeln" in: Berliner Zeitung v. 01.10.2011, Immobilienbeilage. S.2-3

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Zelt, Jennifer (2010): Ein Gütesiegel für nachhaltige Freianlagen. in: Garten + Landschaft, 10/2010. S.34-37

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Zelt, Jennifer (2010): Nachhaltiges Bauen in der Landschaftsarchitektur. Aktuelle Tendenzen und Anregungen für ein Freianlagen-Zertifizierungssystem in Deutschland. Diplomarbeit am Fachgebiet Landschaftsbau-Objektbau des Instituts für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung (ILAUP) der TU Berlin, unveröffentlicht.

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